Mein Kind: Lehrmeister oder Tyrann?

Mein Kind: Lehrmeister oder Tyrann?

Ich weiß nicht, ob irgendjemand diese Situation/das Problem kennt. Ich versuche mich nicht daran zu fokussieren, aber dennoch stößt es mir immer wieder auf. Denn mein Kind triggert mich immer wieder damit. Aber ich fang mal von vorne an.

Während Corona waren wir eigentlich nur zu Hause. Kein Kontakt nach außen, was es für die Kinder oft nicht einfacher gemacht hat. Die große Ausnahme sind und waren seit jeher unsere Vermieter und Nachbarn. Wir leben zusammen auf einem Hof und unsere Kinder lieben diese Gemeinschaft sehr. Man könnte sagen, wir sind zusammengewachsen – es fühlt sich an wie Familie. Daher waren sie die große Ausnahme, die sie regelmäßig noch sehen durften.

Wenn das eigene Kind lieber woanders ist…

Dabei vergehen oft Stunden, an den ich, gerade die Älteste kaum sehe. Sie will dann rüber, schaut Fernsehen, spielt nebenher, hilft oder schaut beim Kochen zu und auch das Mittagessen darf dann nicht fehlen. Zum Glück ist dies alles ok für sie – sonst würde ich dem nicht zustimmen. 

Und oft macht es das für mich auch einfacher. Gerade vormittags will dann auch mal die Kleine mit und so bekomme ich mal eine Stunde Zeit um den Haushalt zu wuppen oder was für MICH zu tun. Doch wenn dann die Kleine schläft und ich endlich auch die Zeit hätte, mit der Großen was zu spielen, dann will sie oft nicht. Stellt Bedingungen oder hat einfach keinen Bock.

…was es mit mir macht

An manchen Tagen kann ich ihr das auch voll gut zugestehen. Schließlich bestimmt sie darüber, was ihr Freude macht und kann tun und lassen was sie will. Sie muss nicht „springen“, nur weil Mama endlich Zeit hat. Doch es gibt aber eben auch die Tage, so wie heute, da keckst es mich an, stimmt mich traurig und ja ich bin auch ein bisschen verletzt. 

Ich wollte heute mit ihr die Zeit in der Sonne, im Hof (fern von dem Fernseher) nutzen und mit ihr Federball spielen. Das ging auch ca. 5 min gut. Doch dann war es schon wieder verflogen. Sie wollte wieder rüber und rein. Das hat mich echt wütend gemacht und so bin ich selbst in ein altes Muster gerutscht und habe ihr erklärt, dass es dann schwierig wird, mich heute für was zu begeistern. Denn schließlich habe ich mir jetzt endlich mal die Zeit genommen.

Der Versuch, das Ganze für mich zu drehen

Ich möchte so nicht sein. Schließlich gibt es auch Situationen und Momente, wo ich einfach keine Lust zum Spielen habe, den Haushalt machen oder schreiben möchte. Und dann ERWARTE (oh man wie ätzend, dass eingestehen zu müssen), dass sie sich alleine beschäftigt. Oft missfällt mir dabei die Idee dahinter, für was sie sich entscheidet. Aber ich lass mir ja auch nicht gerne sagen, für was ich mich entscheide zu tun oder ich mich begeistere.

Warum stoße ich dann immer wieder an, nehme es persönlich und mach sie folglich auch falsch für ihre Entscheidung? Wäre es nicht sinnvoller, sie als meinen Lehrmeister dafür anzusehen, immer und immer auf das eigene Herz zu hören, der Freude zu folgen und sie machen zu lassen? Ich könnte tatsächlich so viel von ihr lernen, wenn ich mal die Erwartungen rausnehme und sie nicht dafür verurteile, sich mit Menschen zu umgeben, die sie eben gerne hat und mit denen sie gerne Zeit verbringt. Und auch wenn sie sich für den Fernseher entscheidet, ist daran nichts falsch.

Und wieder UNSER Thema: Kind und Medien!

So oft habe ich schon über dieses Thema geschrieben. Ich möchte diese Glaubenssätze und diese gesellschaftlichen Vorgaben, wie lange ein Kind Fernsehen darf oder nicht darf, loslassen. Doch es fällt mir schwer. Und ich mag behaupten, dass ich damit nicht alleine bin. Ich denke, vielen Eltern geht es so. Mich selbst dafür falsch machen, dass ich dies noch immer so „intus“ habe, tue ich zwar nicht mehr, aber dennoch schafft mein Kind mich damit zu triggern. Also, steckt doch noch etwas dahinter. Dies zeigt mir, dass dies eine der Themen ist, die ich einfach nicht loslassen kann oder vielleicht auch nicht bearbeiten möchte. Daher versuche ich es nun mal mit einer anderen Strategie!

Loslassen und Annehmen, was IST!

Ich möchte nun loslassen, dass ich diesen Glaubenssatz bearbeiten oder etwas damit anstellen MUSS. Es IST. Ich lasse sie in ihrer Freude handeln, so lange bis es mir eben wieder gegen den Strich geht. Dann werde ich es wieder versuchen zu kontrollieren und zu „bekämpfen“, bis ich auch davon wieder müde bin. Ein Teufelskreis, denn ich aber JETZT entscheide, anzunehmen! Und es wird sich auflösen – dann, wenn ich vermutlich am wenigsten damit rechne. Und wenn dieses DANN, eben nicht eintrifft, dann auch ok. Dann werde ich mich weiter triggern lassen durch mein Kind, bis ich bereit bin, dahinzuschauen. Ich muss nicht an etwas „arbeiten“, um es aufzulösen. Es darf auch leicht gehen – wie von selbst aufgelöst quasi!

Mein Kind kommt und zack: wieder ein Rückfall!

Jetzt kam eben meine Tochter zu mir und hat wieder angefangen zu jammern. Wann kommt endlich ihr Freund…wenn er nicht kommt, dann geht sie eben hin…darf ich Handy? Warum darf ich kein Fernsehen…? AAAAAAHHHHHHHHH! Wie mir das gegen den Strich geht. Und plötzlich habe ich wieder dieses beklemmende Gefühl: sie mag mich nicht. Sie will nicht die Zeit mit mir nutzen! Bin ich so schlimm, dass sie ständig andere sehen oder treffen oder Fernsehen will. Hat es vielleicht doch mit mir zu tun? Bin ich so eine schlechte Mama, mit der man kein Spaß haben oder spielen kann?

WUSA…ich schließe meine Augen. Besinne mich eines Besseren. Es liegt NICHT an mir. Was, wenn an mir und auch an IHR und ihrem „Drang“ sich mit anderen Menschen zu treffen NICHTS falsch ist? Es gibt keinerlei Grund es persönlich zu nehmen, denn ich weiß das sie mich liebt. Und egal, was ich sage und meinen Frust so klar kommuniziere, mache ich sie auch immer wieder ein Stück weit falsch, in ihrem Handeln, Denken und SEIN!

Aber damit ist jetzt Schluss! Ich habe mir meinen Frust von der Seele geschrieben. Ändern kann ich es scheinbar gerade nicht (auch das ist eine Ansicht). Ich weiß nur, dass ich KEIN Opfer der Umstände bin und dass sich alles finden und fügen wird. Ich lenke den Fokus wieder auf das Positive – auf uns!

Genug gejammert – stay tuned, wenn du wissen willst, wie es weitergeht

Und jetzt klapp ich den Laptop auch zu und nutze die Zeit mit meiner Großen. Wenn sie schon mal zu mir kommt und die Kleine noch schläft.

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Und wer weiß? Vielleicht hast du mir auch einen Tipp…ich bin offen für alles. 🙂

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